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1996 - 2001

1996

Röhrenfurth feiert “Silberhochzeit”. Am 25. Februar 1971 gab das Dorf seine Eigenständigkeit auf, denn die Mehrheit der Röhrenfurther stimmte für einen Anschluß an die Stadt Melsungen. In der Vierbuchenhalle begeht man das Ereignis mit einer großen, bunten Feier am 10. März. Die damaligen Wünsche nach dem Bau eines Kindergartens, einer Mehrzweckhalle, einer Grillhütte und einer Friedhofshalle, als Träume mit in die “Ehe” gebracht, sind inzwischen alle in Erfüllung gegangen, so daß die Röhrenfurther mit der Eingemeindung letztlich gut gefahren sind. Die ortsansässigen Vereine, somit auch die Chorvereinigung, die Jazz-Dance-Gruppe des TSV Röhrenfurth, die Alphornbläser, eine Kindergartengruppe, die Ellenberger Bläser und die Kirchhöfer Filzbachspatzen gestalten die Feier. Sogar der Bartenwetzer (Karl-Heinz Hofmann) steigt aus dem Melsunger Rathaustürmchen und glossiert das letzte Vierteljahrhundert aus seiner Sicht.
Der Ehrenvorsitzende der Chorvereinigung Hans Dietrich lädt die Sängerinnen und Sänger an seinem 70. Geburtstag am 30. Mai zum Ständchensingen und anschließendem Mitfeiern an die Grillhütte ein. Der Chor bringt seinen gespendeten Notensatz “Nimm die Stunden, wie sie kommen” zur Uraufführung. Bürgermeister Dietzel überreicht Hans Dietrich den Ehrenbrief des Landes Hessen für dessen ehrenamtliches Engagement über viele Jahrzehnte.
Am Kreissängerfest der beiden 100-jährigen Chöre Albshausen und Wollrode beteiligt sich der Röhrenfurther Chor am 7. bis 9. Juni zum Singen der Bezirkschöre und dem Platzsingen mit Kreischorfeier.
Nach jahrelangen Straßenbauarbeiten feiert Röhrenfurth am 10. August das Ende der “Baggerphase”, sprich: den Abschluß der Arbeiten zur Dorferneuerung mit einem Dorffest. Auch an diesem – mit einem Gottesdienst in der Dorfmitte eingeleiteten Straßenfest – beteiligt sich die Chorvereinigung mit Liedbeiträgen.
Im Rahmen eines Liedernachmittages in der Vierbuchenhalle am 27. Oktober, mit dem die Chorvereinigung ihren 120. Geburtstag feiert, können an Inge Döberitz, Waltraud Fitzenberger, Margret Ganz und Helmut Ganz die silbernen Ehrennadeln für 25-jährige Sängertätigkeit überreicht werden. Helmut Ganz wird darüber hinaus für seine 20-jährige Arbeit als Dirigent geehrt. Interessante Liedvorträge bieten u.a. die Gastchöre aus Besse und Bad Liebenstein.
Einen weiteren Versuch, die Werbetrommel für den Verein zu rühren, um auch jüngere Leute für den Chor zu interessieren und zu gewinnen, unternimmt die Chorvereinigung am 9. November mit einem Karaoke-Wettbewerb. Die Veranstaltung ist gut besucht und macht allen sehr viel Spaß. Es gibt einige passive Beitritte, aktive Sänger gewinnen wir aber leider nicht.

1997

Beteiligungen an Liederabenden des gemischten Chores Schwarzenberg, des Gesangvereins Körle zum 115-jährigen Geburtstag, dem Röhrenfurther Dorffest aller Vereine, bei dem die Frauen auch die Betreuung des Kuchenverkaufs übernehmen, dem Adventsmarkt, bei dem unser Waffelverkauf fast mehr Anhänger findet, als der Gesang und viele, viele Ständchensingen begleiten uns durch das Jahr.
Dafür, daß die Getränke kalt gestellt und die Bratwürstchen beim alljährlichen Sommerfest an der Grillhütte heiß sind, sorgen die Passiven, wenn die Aktiven noch “auf Tour” beim Ständchensingen sind und verspätet ankommen.
Die Mitbegründerin des Frauenchores und Ehrenmitglied, Änne Löwer (84), verstirbt nach langem Krankenlager am 26. November. Der Chor verabschiedet sich mit einem letzten musikalischen Gruß.

1998

Die Sängerinnen und Sänger gratulieren am 28. Februar ihrem Ehrenvorsitzenden Hans Dietrich und seiner Frau Gustchen zum Feste der Goldenen Hochzeit im Dorfgemeinschaftshaus.
Am 21. März beteiligt sich der Chor am Wertungssingen in der Körler Berglandhalle und freut sich über das gute Abschneiden in der Bewertung.
Mit einem Festgottesdienst und anschließendem Empfang wird das Ende des Gemeindehausumbaus im Gemeindesaal gefeiert. Ein neuer Vorbau im Eingangsbereich aus Holz und Glas, eine größere Küche, behindertengerechte Toilette, neue Tische und Stühle, die bei Bedarf in einem Wandschrank “versteckt” werden können und neue Lampen sorgen für mehr Licht und Luft. Für uns Sänger, die wir den Saal als Übungsort nutzen, bedeutet dies allerdings, daß wir uns mit weniger Platz für unsere Utensilien begnügen müssen, da von Seiten der Kirche dem alten Notenschrank von 1926, einer Stiftung des Sängergaues Heiligenberg zum 50-jährigen Jubiläum, in dem hell-möblierten Saal kein Platz mehr zugestanden wird.
Ein Schloßhofkonzert mit der Concordia-Liedertafel und der Schülerkapelle sowie das Bezirkssängerfest in Adelshausen anläßlich des 75-jährigen Bestehens des gemischten Chores sind Anlaß für Auftritte der Chorvereinigung am Wochenende des 20. bis 21. Juni.
Beim Bezirks-Freundschaftssingen am 28. Juni in der Vierbuchenhalle erhalten Mathilde Kilian, Anna Maurer, Anni Sommer, Helmut Pradel, Anneliese Bärthel, Helga Fehr, Emilie Niemetz, Rosa Kiefer und Berta Kaiser ihre goldenen Ehrennadeln und Urkunden für 40-jährige aktive Sängertätigkeit.
Bei der Herbsttagung des Sängerkreises Heiligenberg kann unser 1. Vorsitzender, Berthold Weber, die Glückwünsche der Anwesenden als neuer Bezirksvorsitzender des Unteren Fuldatales entgegennehmen.
Der Adventsmarkt beginnt mit einer Andacht in der Kirche, wo die Sängerinnen und Sänger auch adventliche Lieder zum Vortrage bringen, bevor sich die Damen des Chores wieder dem Waffelbacken widmen, dem “Renner” unter den lukullischen Angeboten, könnte man sagen.

1999

Traditionsgemäß eröffnet die Chorvereinigung jedes neue Jahr, so auch dieses, mit einem geselligen Beisammensein in der Waldgaststätte Rose. Die Lauffreudigen nutzen die Gelegenheit zu einem Spaziergang zu der Stätte, wo nicht nur leckerer Glühwein serviert wird, sondern auch die Stimmung nicht zu kurz kommt.
Besondere Erwähnung verdient der Liedernachmittag der Chorvereinigung am 31. Oktober im Dorfgemeinschaftshaus. Die Besucherzahl übertrifft alle Erwartungen, so daß enger zusammengerückt werden muß, um mehr Tische und Stühle stellen – und somit weiteren Zuhörern Platz schaffen zu können. Ist es die Neugier auf den u. a. eingeladenen neuen Gospelchor, der seine ersten Gehversuche macht, der schmackhafte, selbstgebackene Kuchen, die Aussicht auf einen Tombolagewinn, oder doch auch die sängerische Leistung unseres Chores, die den großen Zuspruch hervorruft?!
Zella-Mehlis mit seinem Meerwasser-Aquarium und Ruhla mit der Ausstellung “mini-à–thür” auf weitläufiger Außenanlage sind die Ziele der Tagesfahrt der Sängerfamilie.
Auch im Jahr 1999 verliert die Chorvereinigung mit Kurt Rose (78) und Otto Rose (72) wieder zwei aktive Sänger der ersten Stunde.

2000

Auf 35-jährige Organistentätigkeit blickt Chorleiter Helmut Ganz am 16. Januar zurück. Seit 1972 begleitet er die Gottesdienste der Gemeinden Röhrenfurth und Schwarzenberg. Die Chorvereinigung, deren Leiter Helmut Ganz seit 24 Jahren ist, beteiligt sich an der Gestaltung des Festgottesdienstes. Gisela Weber, die im Laufe des Jahres die Chorleiterausbildung erfolgreich abschließen wird, übernimmt als stellvertretende Chorleiterin die Dirigententätigkeit an diesem Tage.
Es schließen sich zu den verschiedensten Anlässen zahlreiche Aktivitäten bzw. Ständchensingen an.
Am 18.September verstirbt plötzlich und unerwartet unser Ehrenvorsitzender Hans Dietrich im Alter von 74 Jahren. Mit ihm verliert der Chor auch leider wieder einen langjährigen, engagierten aktiven Sänger. – Eine weitere traurige Pflicht über das Röhrenfurther Vereinsleben hinaus ist das Vermelden der Nachricht vom Tode des Ehrenpräsidenten des Mitteldeutschen Sängerbundes Waltari Bergmann, der sich am 9. Oktober für immer von “seinen Sängern” verabschiedet.
Um unser Nachbarland Thüringen immer besser kennenzulernen, dazu bietet die Vereinsfahrt – als Überraschungsfahrt getarnt – wieder Gelegenheit. “Das schönste Dorf Thüringens” Wüstheuterode und die Burg Gleichenstein mit den Flugvorführungen heimischer und exotischer Greifvögel sowie der Hülfensberg sind das Ziel, nachdem man sich über die Sicherungsanlagen an der bis 1989 vorhanden gewesenen, unseeligen innerdeutschen Grenze mit all ihren Perversionen im Grenzmuseum Bad Sooden-Allendorf informiert hat.
Im Laufe des Jahres erhalten drei Aktive der Chorvereinigung die Ehrenmitgiedschaft anlässlich ihrer jeweiligen 80. Geburtstage:
     - Fritz Weber  am 13. März
     - Rosa Kiefer  am  8. Juli
     - Georg Steinert am 25. November
Zusammen mit Willi Schröder hat die Chorvereinigung somit gegenwärtig vier Ehrenmitglieder.
Weitere Ehrungen für aktive Sängertätigkeiten erhalten:
     - Georg Steinert   für 60 Jahre
     - Fritz Weber und Willi Schröder für 50 Jahre
     - Minna Kaiser   für 40 Jahre
Mit der sogenannten “letzten Gesangstunde vor Weihnachten” beschließen die aktiven Chorsängerinnen und -sänger das alte Jahr in gemütlicher Runde im Gemeindesaal, der Stätte ihrer allwöchentlichen Übungsstunden. Die Beteiligung an dieser “Chorprobe” ist erfahrungsgemäß besonders hoch und es ist bis jetzt noch kein Fall bekannt geworden, daß jemand anschließend hungrig oder durstig nach Hause gegangen ist.

2001

Der Kreissängertag am 3. März bildet den Auftakt zum 125. Jahrestag der Vereinsgründung. Die Chorvereinigung begrüßt als Gastgeberin die Delegierten aller Vereine des Sängerkreises Heiligenberg.
Höhepunkt der Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr ist das Kreissängerfest am 9. und 10. Juni.
Zahlreiche Grußworte, Glückwünsche und Geschenke kann der Vorsitzende beim Kommers am 9.Juni in Empfang nehmen. Innerhalb der Feierstunde werden
   - Helmut Ganz für sein 25-jähriges Chorleiterjubiläum und
   - Uschi Rose für 25-jährige aktive Sängertätigkeit geehrt.
Zur Freude der anwesenden Zuschauer gibt der Jubiläumschor als Gag eine musikalische Zeitreise durch die Vereinschronik zum besten, um letztendlich auf diese humorvolle Weise den Wandel des Zeitgeistes in 125 Jahren deutlich zu machen. So kommen folgende “Hits” zum Vortrag:
   - Für 1876: - Die Wacht am Rhein
   - Für 1901: - Glühwürmchen
   - Für 1926: - Der Bummelpetrus
   - Für 1951: - Ach Egon, Egon, Egon, Egon
   - Für 1976: - Aber bitte mit Sahne
   - Für 2001: - Mit 66 Jahren, da fängt das Singen an
(Das Lied lässt der Chor selbstironisch mit dem Satz enden: “Mit 125 ist noch lange nicht Schluss!”)
Der 10. Juni beginnt mit einem Festgottesdienst in der Vierbuchenhalle, der vom Katholischen Kirchenchor Melsungen mitgestaltet wird. An vier Standorten im Dorf singen 22 Chöre des Sängerkreises anschließend ihre Ständchen. Nach dem gemeinsam eingenommenen Mittagessen bringen bei der Kreischorfeier die Bezirkschöre Pfieffetal, Edertal, Unteres Fuldatal und Oberes Fuldatal, sowie die Kreis-Männerchöre und -Gemischten Chöre vielstimmig ihre Lieder zum Vortrag.
Besonders eindrucksvoll und ergreifend für alle Anwesenden bleibt das mit 500 Kehlen gesungene Volkslied “Wenn alle Brünnlein fließen” in Erinnerung.
Den Abschluss der Feierlichkeiten zum 125-jährigen Vereinsjubiläum bildet ein Konzert am 14. September in der Vierbuchenhalle, in dessen Mittelpunkt der MGV Sängerchor Heiligenhaus 1902 e.V. steht; seines Zeichens achtfacher Meisterchor aus Nordrhein-Westfalen. Die Zuhörer erleben Gesangsdarbietungen von unglaublicher Präzision und Schönheit, wie sie in Röhrenfurth noch nie zu hören waren. Die 70 rheinischen Sänger begeistern restlos. Weitere Teilnehmer des Konzertes sind das Melsunger Jugendorchester “Harmonie Musik”, die Original Schwälmer Volkstanz- und Trachtengruppe “Rotkäppchen”, der Gemischte Chor Schwarzenberg und neben der Chorvereinigung Röhrenfurth die Röhrenfurther “Lumpensammler” als humoristische Einlage. Das Konzert wird als Wohltätigkeitskonzert deklariert, dessen Einnahmen dem Melsunger Altenheim zu Verfügung gestellt werden sollen.
 

Margot Westoll

Fortsetzung folgt

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