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1927 - 1951

1929

Am 23. Februar werden anläßlich einer besonderen Feierstunde vier “alte, treue Mitglieder” für ihre 50jährige Mitgliedschaft durch die Überreichung der goldenen Ehrennadel des Deutschen Sängerbundes und eines Schubertbildes geehrt. Es sind Heinrich Nadler, Konrad Bettenhausen, August Werner und Justus Nadler I.

1929

Der Winter bringt riesige Schneemassen und Rekordkälte von 27 bis 28 Grad unter Null. Die Erde ist bis zu 1,50 m tief gefroren, Wasserleitungen frieren ein, viele Häuser sind lange Zeit ohne Wasser. Tiere erfrieren im Wald und auf den Feldern.
Vor dem Melsunger Fuldawehr wird das meterdicke Eis gesprengt, weil man einen schweren Eisgang befürchtet. Doch der Eisgang bleibt aus, das Eis taut allmählich ab und Ende März ist die Fulda eisfrei.
Am Himmelfahrtstag stürzt im Wald bei Eiterhagen ein tschechisches Postflugzeug bei nebligem, regnerischem Wetter ab. Die drei Besatzungsmitglieder kommen ums Leben.

1930

Am 1. Juni wird in Kassel das Bundessängerfest gefeiert. Der Chor wirkt beim Singen der Bezirkschöre mit. Eine bronzene Fahnenplakette erinnert an diesen Tag.
Der Chor hat Ende des Jahres 35 singende Mitglieder und 7 Ehrenmitglieder. Bei 25 Übungsstunden singen durchschnittlich 26 Aktive.
Anläßlich des 50jährigen Bestehens des Männergesangvereins Körle, am 6. Juni, wird ein Wertungssingen durchgeführt, an dem sich auch unser Chor beteiligt.
Die wirtschaftliche Not wird immer größer, sie beeinträchtigt sogar die Übungsstunden. Ein Auszug aus dem Protokollbuch macht dies besonders deutlich: “Der Besuch der Gesangstunden war im allgemeinen befriedigend. Nur hemmen die wirtschaftlichen Nöte sehr, und mancher eifrige Sänger wird durch Familiensorgen so niedergedrückt, daß es ihm schwerfällt, seine Gesangstunden regelmäßig zu besuchen”.

1932

Es kommt erstmalig in der Vereinsgeschichte zu politischen Auseinandersetzungen, die trotz der Bemühungen des Vorsitzenden und des Kassierers nicht bereinigt werden können.
Der Chorleiter, Hauptlehrer Lange, legt sein Amt nieder. Lehrer Otto Riemenschneider übernimmt notgedrungen diesen undankbaren Posten.

1934

Mit den Notizen über die Jahreshauptversammlung am 20. Januar enden die Eintragungen im Protokollbuch des Vereins. Die restlichen Seiten sind herausgetrennt, vermutlich vor Kriegsende, um das unrühmliche Wirken einiger Vereinsmitglieder nicht zu überliefern.

1934

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr. Ortsbrandmeister ist Bäckermeister Wilhelm Bernhardt.

1935

Der Breitenbach wird kanalisiert. Es wird beim Hause Geier-Fehr begonnen.

1937

Infolge weiterer politischer Querelen zerfällt der Chor immer mehr. Es kann nicht mehr gesungen werden, die Chortätigkeit ruht, der Verein existiert praktisch nicht mehr.

1938 - 1939

Die Straße für die Ortsumgehung wird gebaut. Die Ortsdurchfahrt wird endlich entlastet, die Fahrzeuge stauen sich nicht mehr vor den Bahnschranken.

1939

Anfang September beginnt der Krieg gegen Polen und damit der zweite Weltkrieg, der bis zum 8. Mai 1945 wütet.

1945

Unsägliches Leid brachte dieser Krieg über die Menschen,

1946

besonders über die in den Großstädten und die aus ihrer Heimat vertriebenen.
56 Männer sind gefallen, in den Bombennächten umgekommen, vermißt, verschollen. Die Opfer der Heimatvertriebenen - alte Menschen, Frauen und Kinder - sind nicht gezählt worden.
Es gibt für alles und jedes Bezugsscheine und Lebensmittelkarten. Es wird nur noch die Not verwaltet. Und doch atmen die Menschen auf, daß dieser Wahnsinn vorüber ist.
In Röhrenfurth ist jede Kammer mit Bombengeschädigten und Heimatvertriebenen belegt.

1948

Am 21. Juni beginnt die “Währungsreform”. Jeder erhält 60 Deutsche Mark für 600 Reichsmark. Guthaben und Schulden werden im Verhältnis 10 : 1 umgewertet.
Über Nacht tauchen in den Schaufenstern und Läden Waren mit Seltenheitswert auf. Bezugsscheine und Marken werden nur noch proforma verlangt. Es beginnt die “Freßwelle”. Die Zeit des “Streckefettes”, des Sirups und des Rübenschnapses ist vorbei.

1950

Am 15. April wird der Männergesangverein von ehemaligen Mitgliedern wieder ins Leben gerufen. Es sind 25 Mitglieder anwesend. Julius Müller, der Vorsitzende des Sängerkreises Heiligenberg, nimmt an der Gründungsversammlung teil und führt den neuen Chorleiter Hans Koch (Sängervereinigung Melsungen) ein.
Zum 1. Vorsitzenden wird Konrad Rothhämel, zum 2. Vorsitzenden Justus Nödel, zum Kassenwart Valentin Steube, der das Amt bereits seit 1920 inne hat und zum Schriftführer Kurt Rose gewählt. Andreas Holzhausen wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Es beginnt eine sehr rege Vereinstätigkeit. Der Chor beteiligt sich an den Sängerfesten in Malsfeld und Kehrenbach, veranstaltet einen Liederabend mit den Chören aus Körle und Empfershausen, sowie einen Sommerball mit Liedeinlage und Verlosung (von den Sängern gestiftete Preise), singt am Totensonntag in der Kirche und veranstaltet eine Vor-Weihnachtsfeier mit Kinderbescherung.
Wer in den Chor eintreten will, muß einen Aufnahmebeitrag von 1,50 DM und einen monatlichen Beitrg von 0,50 DM zahlen.

1951

Am 6.1. faßt man den Beschluß, wieder dem Deutschen Sängerbund beizutreten.
In der Jahreshauptversammlung wird beschlossen, das 75jährige Bestehen des Männergesangvereins mit einem Bezirkssängerfest zu begehen. Das Fest soll am 23., 24. und 25. Juni stattfinden. Von 45 eingeladenen Vereinen beteiligten sich 14 Gesangvereine mit 425 Sängerinnen und Sängern und der TSV Röhrenfurth mit 70 Personen am Jubiläumsfest. An dem gleichzeitig (am Sonntag, dem 24. Juni um 9 Uhr) veranstalteten Wertungssingen des Sängerkreises Heiligenberg beteiligten sich insgesamt 8 Chöre. Das Fest verläuft zur vollsten Zufriedenheit.
Preislich wird folgendes festgelegt: Eintritt pro Person 1,- DM; für einheimische Ehepaare 1,50 DM. Tanzgeld 0,50 DM, Tombola 0,20 DM.
Für 40jährige Mitgliedschaft werden vom Vorsitzenden des Sängerkreises Heiligenberg, Julius Müller, geehrt und mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet: Johannes Werner, Heinrich Bettenhausen I, Konrad Kilian, Karl Freudenstein. Zwölf weitere Mitglieder erhalten die silberne Ehrennadel des Deutschen Sängerbundes.
Weitere Aktivitäten: Himmelfahrt: 8 Uhr Singen in Melsungen auf der Rathaustreppe mit der “Liedertafel Melsungen”, gemeinsame Wanderung zur “Heilstätte”, dort Singen für die Patienten, Rückkehr um 12:30 Uhr. Besuch der Sängerfeste in Niederbeisheim und Altenbrunslar, geselliges Beisammensein im November und Silvesterball.

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