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1902 - 1926

1902

In Röhrenfurth wird eine zweite Schule gebaut. In ihr halten die “Kleenen”, wie das 1. bis 4. Schuljahr genannt wird, Einzug. Die “Großen” bleiben in der 1848 erbauten alten Schule.

1904

Der Turn- und Sportverein Röhrenfurth wird gegründet.

1905

Röhrenfurth wird Bahnstation. Der erste Zug hält am 1. August. Dies ist eine echte Erleichterung für die Röhrenfurther, mußten sie doch vorher zu Fuß nach Körle oder Melsungen gehen, wenn sie mit der Eisenbahn fahren wollten.

1909

In Röhrenfurth wird die Wasserleitung fertiggestellt. Fast alle Häuser erhalten Wasseranschluß.
Bisher mußte das Wasser aus dem Bach, dem Mühlenteich oder der Fulda geholt werden. Auch das Wasser für das Vieh wurde mit dem Joch, an dem auf jeder Seite ein Eimer eingehängt war, teilweise bis zu 150 Meter herangeschleppt.
Da ist die Wasserleitung eine erhebliche Erleichterung. Sie ermöglicht es erst, daß hinter den Höfen die ersten Häuser gebaut werden können.

1914

Kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieges muß Lehrer Ackermann die musikalische Leitung des Chores aus Gesundheitsgründen niederlegen. Die Vereins- und Chortätigkeit ruht während des Krieges vollständig.

1918

Der erste Weltkrieg ist am 11. November zu Ende. Er hat unsägliches Leid, auch über Röhrenfurth, gebracht. 33 Männer sind gefallen, an ihren Verwundungen gestorben oder verschollen. Familien haben ihre Ernährer, Kinder ihren Vater und Frauen ihren Mann verloren.
In vielen Familien herrscht bitterste Not.
Die Inflation beginnt. Der Wert des Geldes wird immer weniger.

1920

Am 3. Juli wird der Männergesangverein von früheren Mitgliedern wieder ins Leben gerufen. Der Verein zählt 53 Mitglieder. Zum 1. Vorsitzenden wird Heinrich Nödel wiedergewählt (Vorsitzender seit 1895), 2. Vorsitzender wird Wilhelm Sonntag, der jedoch noch im gleichen Jahr den Vorsitz übernimmt. Heinrich Nödel wird Ehrenvorsitzender. Zum Kassierer wird Valentin Steube gewählt. Sein Vater war seit 1890 Kassenwart. Das Amt bleibt somit in der Familie. Schriftführer wird Heinrich Freudenstein II, der seinen Posten 1921 wegen Umzugs nach Melsungen an Fritz Nadler abgibt. Die musikalische Leitung übernimmt Lehrer Eduard Lange. Am 17. Oktober beteiligt sich der Chor mit 3 Liedern an der in der Kirche stattfindenden Gedächtnisfeier für die Gefallenen.

1922

Der Verein veranstaltet ein Sängerfest, zu dem die benachbarten Chöre eingeladen werden. Zur Pflege der Geselligkeit findet am “1. Sonntag im Februar” ein Familienabend mit Theatervorführung und Tanz statt. Andreas Holzhausen II wird 1. Vorsitzender.

1923

Der Verein ist unter die Millionäre gegangen. Er hat in diesem Jahr einen Überschuß von genau 50.023.800,- Mark erwirtschaftet.

1924

Die Beiträge, Strafgelder und Eintrittsgelder werden auf die Vorkriegshöhe zurückgesetzt, und zwar Beiträge und Strafgelder 20 Pfennig, Eintrittsgeld 1 Mark.
Bei einem am 7. Februar stattfindenden Familienabend werden für 25jährige Mitgliedschaft geehrt: Andreas Holzhausen I, August Werner, Konrad Bettenhausen, Heinrich Nadler, Heinrich Nödel, Georg Nödel, Johannes Bettenhausen, Justus Nadler. Sie erhalten eine Ehrenurkunde und eine Anstecknadel mit der Zahl 25 und der Inschrift: Für Treue im Verein.

1925

Am 31. Oktober wird in Melsungen der Sängergau Heiligenberg gegründet. 1. Vorsitzender des Sängergaues wird Hauptlehrer Lange, der Dirigent des Röhrenfurther Männerchores.
Die Vorbereitungsarbeiten für das Jubiläumsfest anläßlich des 50jährigen Bestehens des Vereins beginnen.

1926

Am 19. April führt der Sängergau Heiligenberg erstmalig ein Wertungssingen im Kronensaal am Sand in Melsungen durch. Der Gesangverein Röhrenfurth singt: “Ich lag am Waldessaume”.
Das 50jährige Bestehen des Vereins wird vom 5. bis 6. Juni festlich mit dem ersten Kreissängerfest des Sängergaues Heiligenberg begangen. Es gibt einen großen Festzug in dem 26 Fahnen vertreten sind. Der Vorsitzende Andreas Holzhausen kann viele Ehrengäste begrüßen. Die Festrede hält der Vorsitzende des Sängergaues Heiligenberg und Chorleiter des Jubiläumsvereins Hauptlehrer Eduard Lange.
Die Frauen der Vereinsmitglieder stiften zwei Fahnenschleifen mit ihren eingestickten Namen (siehe Bild).
Von den Vereinen des Sängergaues erhält der Chor einen wertvollen Noten- und Fahnenschrank als Jubiläumsgeschenk. Dieser Schrank wird noch heute benutzt, (vgl. Eintrag von 1998). Der Sonnabend und Sonntag des Jubiläumsfestes verregnet fast vollständig. Man spricht von einem “Schirmfest”. Trotzdem ist die Stimmung ausgezeichnet und das Fest noch lange ein beliebtes Gesprächsthema im Verein und im Dorf.

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