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1876 - 1901

1876

Der in Röhrenfurth wohnende Förster Seeger sucht Gleichgesinnte für die Gründung eines Männergesangvereins zu gewinnen. Die Besprechungen finden in der Gastwirtschaft Otto Steinbach (jetzt Haus Zimmermann-Stöhr im Unterdorf) statt. Nach mehrmaligen Zusammenkünften erfolgt die Vereinsgründung als Männergesangverein.
Den Vorsitz übernimmt der Initiator, Förster Seeger, die musikalische Leitung der seit 1855 in Röhrenfurth tätige Lehrer Pflüger. Übungsstunden sind zunächst alle 14 Tage, Sonntagnachmittag, in der Schule. Die Kassenführung liegt in den Händen von Johannes Schanze. Die Namen der sonstigen Gründungsmitglieder sind nicht überliefert.
Der Förster Seeger wohnt im selben Haus, in dem auch der Forstwart Borngrebe lebt. Es handelt sich um das beim Bau der Umgehungsstraße 1939 abgerissene Brückenhaus (Chausseehaus, letzte Bewohner Familie Schmidt).

1876

Die Gemeinde Röhrenfurth löst die Schafgerechtsame derer von Riedesel mit 1700 Mark ab. Die von Riedesel hatten das Recht, bis zum 11. April jeden Jahres auf den Huten und Wiesen der Röhrenfurther Gemarkung zwei Haufen Schafe zu weiden. Sie besaßen auch den Schafshof (jetzt Anwesen Wiederecht, Bergstraße 2) mit einer großen Scheune, in der die Schafe überwinterten.
Das Brot wird noch von allen Haushalten selbst gebacken. Im Dorf steht ein gutes Dutzend Backöfen, davon mindestens drei Gemeindebacköfen.

1877

Der Männergesangverein feiert sein erstes Sängerfest. Es findet auf der Herrenwiese statt (im Nödelschen Garten).

1877

In der Kirche wird eine Gedenktafel für die Gefallenen des Krieges 1870/71 geweiht. Der Gesangverein wirkt bei dieser Feier mit. Das Sängerfest findet am gleichen Tage statt. Die Gedenktafel wird bei einer späteren Renovierung der Kirche entfernt und ist verschollen.

1885

Lehrer Pflüger kann aus Gesundheitsgründen den Chor nicht mehr musikalisch leiten. Er tritt am 1. 7. 1887 in den Ruhestand und verläßt Röhrenfurth. Auch Förster Seeger wohnt nicht mehr in Röhrenfurth.

1888

Am 1. August kommt Lehrer August Ackermann nach Röhrenfurth und übernimmt bald darauf die Chorleitung und auch den Vereinsvorsitz.
In den drei Jahren von 1885 bis 1888 ruht die Chortätigkeit fast vollständig, weil immer wieder neue Lehrer nach Röhrenfurth kommen. Es wird von mindestens drei Lehrern gesprochen.

1890

Der Männergesangverein gibt sich am 18. März seine Statuten (siehe Anhang). Sie sind von 41 Männern unterschrieben.
Bürgermeister Landgrebe bestätigt am 21. April, daß der Gründung des Gesangvereins sowie der Genehmigung der Statuten in ortspolizeilicher Hinsicht keine Bedenken entgegenstehen. Und schließlich genehmigt der Königliche Landrath von Negelein die Statuten am 6. Mai 1890.
Konrad Steube übernimmt die Kassenführung des Vereins.

1893 - 1898

In Röhrenfurth wird die Verkoppelung (Flurbereinigung) durchgeführt. Die durch Vererbung aufgesplitterten Äcker werden wieder zu wirtschaftlich sinnvollen Parzellen zusammengelegt. Für die Zersplitterung ein Beispiel: Die “Daubenhecke” war vor der Verkoppelung Eigentum 19 verschiedener Personen. Darunter waren “Äcker” von 2½ Meter Breite.

1895

Heinrich Nödel I. wird zum 1. Vorsitzenden gewählt.

1898

Der Männergesangverein und ein zweistimmiger Schülerchor unter Leitung von Lehrer Ackermann veranstalten am Abend des 1. Weihnachtstages eine Weihnachtsfeier, die einen kaum erwarteten Anklang bei der Bevölkerung findet. Besonders wird die Schülerin Katharina Elisabeth Steube erwähnt und für ihren Sologesang “Schlaf wohl, du Himmelsknabe du” gelobt. Lehrer Ackermann schreibt wörtlich: “Letztere zeichnet sich aus durch große Begabung im Singen, sowohl im Bezug auf Gehör als auch Stimmbildung ...” und weiter: “Die Kirche war denn auch so voll, wie ich sie in den 10 Jahren meiner Wirksamkeit hier vordem nicht gesehen habe.”

1901

Der Männergesangverein besteht 25 Jahre. Aus diesem Anlaß erwirbt er seine Vereinsfahne, die bis heute erhalten ist.
Das Vereinsjubiläum und die Fahnenweihe werden festlich begangen.

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